Dienstag, 31. März 2009

Lerntagebuch 26.03.09

Ich muss noch was zur letzten Stunde schreiben und meine Hausaufgaben machen. Weiß gar nicht mehr genau, worums in der letzten Stunde ging...
Aber bei Alex´ Blog hab ich´s gefunden. Diskussion ob wir in unseren Entscheidungen frei sind, weitergeführt und danach in Gruppen überlegt, was für Konsequenzen es hätte, wenn wir unfrei wären.
Interessant fand ich, dass einerseits in unserem Gehirn gar kein Platz ist für Freiheit, weil immer eine Reaktion automatisch auf die andere folgt und die Entscheidungen uns erst im Nachhinein bewusst werden.
Andereseits bin das Gehirn ja auch ich. Also irgendwie ist das mein Charakter oder so, der sich in meinen "automatischen" Entscheidungen/Handlungen ausdrückt. Und mein Charakter, ist der frei oder ist der genetisch und von Erziehung also äußeren Umständen bestimmt?
Richtig überzeugend sind beide Seiten nicht.
Mit den Überlegungen, was für Folgen es hätte, wenn unser Willen unfrei wär, sind wir leider nicht so weit gekommen. Lernen würde auf jeden Fall schwierig, meinte jemand. Aber das versteh ich nicht so richtig. Maschinen können doch auch lernen und die sind bestimmt nicht frei. z.B. merkt mein Handy sich neue Wörter, die ich eintippe. Das ist doch auch irgendwie lernen, oder?

Donnerstag, 26. März 2009

Lerntagebuch 25.03.09

Heute haben wir im Unterricht ein Experiment kennengelernt, dass in der Neurophysiologie durchgeführt wird, um zu prüfen, wann und wo ein Mensch seine Entscheidungen fällt.
Das Libet-Experiment ergibt, dass das menschliche Gehirn schon 350 ms bevor der Mensch eine Entscheidung bewusst fällt in den entsprechenden Regionen aktiv ist. D.h., dass die Entscheidung, dass diese bewusste Entscheidung gleich gefällt wird schon früher stattfindet, als wir es wahrnehmen und wissen.
Das heißt wiederrum, dass ich meine Entscheidung gar nicht frei und eigenständig treffe, sondern, dass die Entscheidung schon von meinem Gehirn vorbestimmt ist.
Ich bin also überhaupt nicht frei in meinen Entscheidungen.

Dieses Ergebnis finde ich sehr interessant und erschreckend. Das mein Bewusstsein nur im Nachhinein die Entscheidung fällt, die vorher schon woanders entschieden wurden.

Kann das denn wirklich so sein? Dann wäre ja alles was ich tue eh schon geplant und meine ganzen Überlegungen (was ziehe ich an, was soll ich mal werden, welchen LK wähle ich, soll ich meiner Schwester helfen,...) sind überflüssig, weil die Entscheidungen eh ohne mein Bewusstsein gefällt werden.
Allerdings sind dann meine Überlegungen, die mir bewusst werden, auch nur nachträglich bewusst geworden, nachdem sie im Gehirn schon stattgefunden haben. Macht es dann doch Sinn seine Entscheidungen zu überdenken?
Was meint ihr dazu?

Mittwoch, 25. März 2009

Lerntagebuch (19.03.09)

1. Wir haben einen Text von Schopenhauer gelesen, in dem er behauptet, dass der Mensch in seinen Entscheidungen nicht frei ist, sondern genau wie Wasser von den Umständen bestimmt wird.

2. Ich finde interessant sich zu überlegen, welche Motive wirklich hinter einer Entscheidung von mir stehen. Dass es immer Impuls von außen gibt, die mich zu einer Entscheidung bringen und damit auch zu einer Handlung. Ich bin dann also wirklich nicht frei, ich entscheide nie wirklich ganz selbst, sondern verschiedene Motive und Umstände treiben mich zu einer Handlung.

3. Irgendwie kann das, was Schopenhauer da sagt aber nicht stimmen. Selbst wenn es Motive gibt das oder das zu tun, dann entscheide doch immer noch ICH, ob mir diese Motive wichtig genug sind. Ob es mir wichtig genug ist, nur um jemandem zu beweisen, dass ich frei in meinen Entscheidungen bin, etwas total blödes und sinnloses zu tun, dass entscheide ich frei und selbstständig. Also ich entscheide doch, was ich will. Oder?

Sonntag, 15. März 2009

sokratische Selbstbefragung

als eine Methode zum selbstständigen Philosophieren probiere ich jetzt mal das Sokratische Selbstbefragen aus. Es funktioniert so, wie Sokrates es in Athen immer mit den Menschen auf der Strasse gemacht hat: jede Behauptung immer in Frage stellen und nach dem Grund fragen.

Jeden Morgen geht die Sonne auf.
Warum geht jeden Tag die Sonne auf?
Weil die Erde sich an einem Tag um sich selbst dreht und dadurch jeden Morgen unsere Seite zur Sonne wendet.
Warum wendet sie unsere Seite jeden Morgen zur Sonne?
Das ist so definiert, es ist morgens bei uns, wenn unsere Seite zur Sonne zeigt.
Warum wurde das so definiert?
Weil die Menschen den Dingen, die sie sehen, und Geschehnissen, die wichtig sind, gerne Namen geben.
Warum geben die Menschen den Dingen, die sie sehen gerne Namen?
Weil sie dann besser darüber sprechen können, wenn man die Geschehnisse benennen kann.
Warum kann man dann besser darüber reden?
Weil man sich dann nicht in genauen Beschreibungen der Einzelheiten (wie genau die Sonne heute am Himmel erschienen ist) verzettelt, sondern das Gemeinsame (dass es hell wurde, weil die Sonne, wenn auch vielleicht hinter Wolken, über dem Horizont steigt), was dann auch das Wichtige ist, in dem Namen zusammenfasst und so eine Basis zur Verständigung schafft.
Warum muss man eine Basis zur Verständigung schaffen, kann nicht jeder seine Sprache sprechen und seine Namen den Dingen geben?
Man braucht eine gemeinsame Sprache, weil man sonst nicht verstanden wird von den anderen und dann kann man nichts gemeinsam machen, weil jeder etwas anderes macht.
Warum muss man denn sprechen, wenn man was gemeinsam machen will?
Man muss nicht unbedingt sprechen, man kann sich auch mit Gesten und mit dem Gesichtsausdruck etwas mitteilen, aber da muss dann auch klar sein, welche Geste was bedeutet, da braucht man auch eine gemeinsame Basis.
Und warum muss man überhaupt mit anderen zusammenarbeiten?
Weil der Mensch ein soziales Wesen ist und alleine unglücklich wird (und sich auch nicht fortpflanzen kann).
Warum ist der Mensch unglücklich, wenn er allein ist?
Weil seine psychologische Struktur so angelegt ist, dass er gerne mit anderen zusammen ist.
Wieso ist die Psyche so angelegt?
Damit die Menschen sich nicht die Kopfe einschlagen, wenn sie aufeinander treffen, sondern miteinander leben.
Warum sollen die Menschen sich nicht die Köpfe einschlagen?
weil dann das Leben nur noch gefährlich wäre, man müsste immer Angst haben und könnte sich nie entspannen, das wäre nicht schön.
Warum soll das Leben schön sein?
Weil es sonst keinen Grund gäbe für uns Menschen zu leben, wenn das Leben nicht schön wär?
Warum gäb es sonst keinen Grund?
Weil...

Ich kann nicht mehr!